Mittwoch, 22. Februar 2012

Zitadelle von VAN in der Osttürkei

Unweit des Stadtzentrums von Van stellten wir unseren Bus auf einem Parkplatz ab und sahen oberhalb vom Parkplatz die Reste einer Zitadelle:
 Van Kalesi :TUSPA
Ehrlich, wir fragten uns zuerst : wie sollen wir da nur rauf kommen ?
Einen richtigen Weg , den haben wir eigentlich nicht gefunden geschweige denn gesehen ; nur alles Schottergestein.
Zum Glück war es trocken und wir hatten alle feste Schuhe an.
Also wagten wir den wirklich steilen und gefährlichen Aufstieg...einige von uns bleiben allerdings unten ; denen war es einfach zu gefährlich .
 Ich war auch am Überlegen aber irgendwie reizte wohl auch die tolle Aussicht von oben.
Alles unwichtige an Gepäck ließen wir unten - ich auch leider meinen Fotoapparat; ich brauchte beide Hände mit zum Aufstieg und da war ein Fotoapparat leider auch störend....ein Foto-Handy hatte ich leider nicht.
Der Aufstieg war wirklich mehr als abenteuerlich - Seile, Geländer oder irgendwas zum Festhalten , all das gab es nicht. ..... wir hielten uns nur gegenseitig fest.
Oben angekommen wurden wir belohnt mit wirklich einem echt tollen Ausblick auf die ganze Stadt und den riesigen Van- See mit über 3700 qkm...ein gegenüberliegndes Ufer sah man nicht , nur in der Ferne hohe, auch im Sommer schneebedeckte Berge.
Wieder ein wenig Geschichte :
Die Stadt Van mit der Zitadelle ( heute gibt es nur noch Reste der einstigen Zitadelle ) wurde bereits im Jahr 832 v.Chr. unter dem eigentlichen Namen Tuschpa (auch Tuspa) vom König Sarduri I. als Hauptstadt des damaligen urartischen Reiches gegründet. Es wird aber auch angenommen ,dass diese Stadt noch früher bereits existierte.
Die Festung war auf einem steinernen Hügel , etwa 1800 Meter lang , erbaut worden.
Zuerst baute man die Sardurburg am Fuße des Westendes des Hügels - diese diente dann als befestigter Torturm , um die eigentlich Festung vom Westen her zu schützen. Man vermutete jedoch , dass noch mehr Befestigungsmauern vorhanden waren , die die Zitadelle umgaben .
Man hat auch Grabmale entdeckt - das beeindruckendste davon ist das Grabmal aus Felsgestein des Argisti I. Ganz in der Nähe auf südlicher Seite der Zitadelle befindet sich die bisher längste entdeckte Inschrift in urartäischer Sprache mit Berichten über die Feldzüge des Argisti I. Auch einen Schrein hat man entdeckt , den Schrein Sarduris II. mit dem Ortsnamen Anali-kiz
( heißt : "das Mädchen mit seiner Mutter "). Dieser Schrein besteht aus einer Felsplattform , 50Meter lang und 10 Meter breit ; zwei hohen rundüberwölbten Nischen , die in den Fels gehauen sind und einem in den Fels geschnittenen Kanal für das geweihte Blut. Während der Zeit der Herrschaft der Seldschuken und Osmanen wurde dann dieser Platz als "Heiliger Ort " und Friedhof benutzt.
So gibt es sogar unter den Einheimischen hier ein Glaube , dass ein Mädchen , dass schnell heiraten möchte , durch diesen Kanal kriechen muss .
Die westlich gelagerte Nische enthält auf der Rückwand eine Inschrift von Sarduris II.; die Berichte seiner Feldzüge befinden sich auf einer großen Stele niedergeschrieben.
Gleichzeitig galt dieser König Sarduri I. als eigentlicher Gründer des gesamten urartischen Reiches und er war auch der 1.König dieses Reiches - es gibt nämlich noch einige Inschriften ; nur konnten wir diese nicht lesen, alles war in urartischer Schrift geschrieben.
Wir haben uns den Sinn vom Reiseleiter, soweit dieser es wusste, erklären lassen .
Ziemlich eng ging es oben bei der Besichtigung zu auf dem schmalen Weg innerhalb der Zitadellenanlage ; ohne Geländer und nach unten schauen ,das konnte man schon gar nicht, da wurde es auch mir mulmig im Magen und Gedanken kamen auf :"Ja nicht stolpern!"
Wir hatten uns oben sattgesehen und wagten den weitaus komplizierteren Abstieg...Man musste höllisch aufpassen , nicht ins Rutschen zu kommen.
Wir waren froh , als wir unten wieder richtigen Boden unter den Füßen hatten....das letzte Stück rutschten wir förmlich auf dem Hosenboden nach unten bis zum Parkplatz.
Zum Glück gibt es am Fuße des Berges einige kleine Garten - Restaurants ,wo ein Tee und ein Kaffee bzw. etwas zu essen auf uns wartete.
Mit einer Schulklasse aus Van  , die zum Ausflug auch gerade hier war ,kamen wir ins Gespräch - dies allerdings auf englisch .Es war wieder ganz lustig , wie man uns ausfragte, was uns Touristen hierher treibt.
Stolz waren wir trotzdem , den wirklich gefährlichen Aufstieg/Abstieg gewagt zu haben- bei Schlechtwetter und Regen , da hätte ich sicher kategorisch "nein" gesagt.
Aber so war ich stolz auf mich , wenn danach auch meine Sachen ziemlich schmutzig waren vom Runterrutschen.
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Post von: Reisebüro Globus

Bildnachweis :Heidrun Jahn

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