Freitag, 17. Februar 2012

Reste der urartischen Burg Cavustepe in der Ost-Türkei

Ehrlich , viel zu sehen gab es von der einstmals riesigen urartischen Festung
S a r d u r i h i l i n i ( auch : Cavustepe ) auf einem langgezogenen Hügel gelegen ,eigentlich nicht mehr.  Hin sind wir aber trotzdem ....wenn wir schon mal in der Region sind ,da muss schon alles , was irgendwie machbar ist ,besichtigt werden .
Die Reste der einstigen gewaltigen Festungsanlage auf dem Berg sind ca 25 km südostlich von der Stadt Van entfernt zu finden .
Der Name Sardurihilini bedeutet soviel wie :" Die von Sarduri gebaute Burg".
Die Festung wurde direkt an /auf den Hang des Berges mit Namen Bol Dagi errichtet.
Unterhalb des Berges gibt es einen Parkplatz- nach oben sozusagen "aufs Plateau" da muss man  jedoch zu Fuss gehen ( ca 20 Minuten dauert der Aufstieg ).
Der Bergrücken selbst ist ca 850 m lang......es gibt  keinen Baum , keinen Strauch da oben, nur die Sonne brannte unaufhaltsam .Zum Glück hatten wir alle  eine Kopfbedeckung auf.
Bei glühender Hitze ( hatten wir an dem Tag !) machte das allerdings wenig Spass hier hoch zu laufen - wir sind aber trotzdem hoch so getreu eben nach dem Motto :Wenn wir schon mal hier sind, da wollen wir auch alles sehen ...wer weiß, wann wir das nächste mal hierher kommen !
Die mitgenommene Wasserflasche war schon alle, da waren wir noch nicht mal richtig oben - der Weg ist steil , aber gut befestigt. Für Gehbehinderte nicht unbedingt geeignet; aber entscheiden muss es jeder für sich selbst . 
Zuerst wieder ein wenig Geschichte :
Die Festung wurde etwa in der Mitte des 8.Jhd. v.Chr. von Sarduri II. ,dem Sohn des Argisti erbaut. Die Festung galt als absoluter militärischer Platz aufgrund ihrer Lage auf einem steilgeneigten Bergrücken  aus Kalkstein, der ca 800 bis 850  Meter lang ist .
Die Festung war zur Urartu -Zeit Regierungssitz und liegt etwa mittig des Güzelsu (Hosap)-Tales, etwa 25 km südlich von Van an der Landstrasse ,die von Van nach Hakkari führt und weiter bis in den Iran.

Befestigungsmauern
 Die einst wirklich mächtige Burganlage bestand damals aus einer Ober -und Unterburg.
Die Festung (heute sieht man jedoch  nur noch Reste davon ) ist sozusagen von den direkt benachbarten Bergen durch zwei Felseinschnitte abgetrennt; einer im Osten und einer im Westen . 
Die Haupt-Blütezeit dieser urartischen Stadt war zwischen 764 und 735 v.Chr.
Strategisch war die Festung damals ideal gelegen und absolut wichtig - weithin sichtbar zu allen Seiten konnte man Feinde schon sehen .
Auch eine wichtige Heerstrasse führte direkt hier am Berg vorbei kommend aus der urartischen Hauptstadt Tuspa (Van Kalesi).
Heute führt eine Fernverkehrstraße Richtung Iran hier vorbei und auch nach Güzelsu gehts hierlang , dort wo die Burg Hosap steht ( siehe anderer Bericht hier im Blog ) .
Die Festung Sardurilinhi war zu der Zeit gebaut worden , als das Königreich Urartu sehr mächtig war.
Ausgrabungen , die in den Jahren 1961 bzw. 1986 hier oben auf dem Berg stattfanden , haben ergeben, dass es eine Akropolis in der Unterstadt gegeben haben muss und mehrere Tempel , einen riesigen Palast , Werkstätten , Depots , Ställe in der Oberstadt...heute sieht man nur noch die Reste der Anlagen.
Es gab Zisternen zur Wasserspeicherung und das Verrückteste, was man entdeckt hat , war eine königliche Toilette/Latrine -mein Mann steht davor !
Auch mehrere Steinplatten mit urartischer Keilschrift am Irmusini-Tempel sind phantastisch erhalten. Der Irmusini -Tempel hatte einen quadratischen Vorhof mit einer rechteckigen Plattform aus Lehmziegeln und einem Sandstein-Altar am Nordende mit einem Kanal zum Abfließen von heiligem Blut. All das hat man bei den Ausgrabungen herausgefunden .
Getreidelager
Man hat bei den Ausgrabungen sogar Getreidekörner und Reste eines riesigen Getreidelagers noch gefunden und man vermutet , dass diese Körner ( sie waren schwarz) aus eben dieser Zeit sind.
Über den gesamten Festungsteil verstreut wurden auch viele Weihe- und Dankinschriften des Königs an den Gott Haldi gefunden :
Eine exemplarische Inschrift, die man entzifferte, lautet :" Durch die Größe des Gottes Haldi errichtete Sarduri, Sohn des Argisti , diesen Getreidespeicher.Dort ist 5800 kapi(Maß) Getreide enthalten ".
Inschrift am Irmusini -Tempel
Die Festung selbst wurde dann Ende 6. bzw. Anfang  7. Jhd. v.Chr. wahrscheinlich von den Skythen  oder Medern zerstört ( genau weiss man es leider nicht !) .
Erst viel  später im Mittelalter wurden die Steine der Festung von der hier lebenden Bevölkerung zum Bau von Häusern verwendet.
Gebäude sind deshalb heute kaum noch zu finden; nur eben die Reste davon und die Umrisse und Mauern .
Hinweis : Besichtigung dauert ca 1 Stunde und unbedingt genügend Wasser mit hochnehmen.

Noch mehr Reisetipps aus der Region gibt es hier : http://www.wowarstdu.de/ und außerdem auch aus anderen Regionen der Welt sowie Hotel - und Schiffsbewertungen.

Post von: Reisebüro Globus

Bildnachweis :Heidrun Jahn

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