Dienstag, 21. Februar 2012

Mardin - die Stadt in der Türkei , wo man im Sommer auf dem Hausdach "lebt "!

Ganz weit im Süd- Osten der Türkei , unweit der Grenze zu Syrien( ca 20 km entfernt) liegt die Kleinstadt
 M a r d i n ; bewohnt von Türken, Kurden, syrisch-orthodoxen Aramäern , syrischen Katholiken und Protestanten , auch Araber und noch  einige Christen gibt es unter der Bevölkerung.. Die Stadt hat ca 130 Tsd.Einwohner und  liegt auf einem Hügel an einen Berg gelehnt und man blickt weit in die Ebene von Mesopotamien, dem Land zwischen den beiden Flüssen Euphrat und Tigris.
Übrigens : auch im Sommer ist das Wasser des Euphrat hundekalt - höchstens mit den Füßen kann man kurz reingehen...... aber da "stirbt man schon fast ab". Wir haben es probiert !
M a r d i n ist eine Stadt in Südostanatolien  , die bisher kaum von Touristen besucht wurde. Das wird sich vielleicht irgendwann ändern , denn die Hotelgruppe "Hilton" hat hier jetzt  bereits ein Hotel gebaut . Man hat somit begonnen , erste Grundlagen ( nämlich attraktive Übernachtungsmöglichkeiten ) zu schaffen , hier in Zukunft doch mehr Touristen ,die das Land entdecken wollen , hierher zu bringen .
Der Name MARDIN stammt vom aramäischen Wort für "Burgen " ab und veranschaulicht somit sehr gut die Lage der Stadt. In der kurdischen Sprache bedeutet der Name Mardin "heldenháft "!
 Derzeitig gilt man  dort in der gesamten Region   noch als " touristischer Exot", wenn man durch die Stadt geht....man wird immer wieder angesprochen .... von den Kindern vor allem, die in der Schule ein paar Brocken englisch gelernt haben . Einfach unterhalten mit englischen Wortbrocken ist angesagt.
Die Kinder sind richtig froh , wenn man  mit ihnen spricht.
Man ist immer gleich von einer ganzen Schaar Kinder umringt und auch Erwachsene versuchen "mit Händen und Füßen" einem was zu erklären.
Alle sind sehr freundlich, verirren  sich doch bisher  nur wenige Touristen in diese sehr abgelegene Region der Ost- Türkei.....noch vor Jahren war es sogar recht  gefährlich, hier hin zu fahren; es ist  Kurdengebiet.
Zum Glück kann man derzeitg  ungehindert auch hierher fahren . 
Auffällig ist , dass fast alle Häuser ihren Hausstand sozusagen a u f d e m D a c h haben ; sogar die Betten stehen dort drauf.
Sieht ganz lustig aus mit den vielen Bettgestellen überall auf den Dächern der Häuser!
Grund dafür ist , dass es im Sommer viel zu heiß ist (auch in der Nacht kühlt es kaum ab), um in den Häusern , die alle ohne Klimaanlage sind , zu schlafen. Man hat eine Lösung gefunden : Also zieht man kurzerhand aufs Dach des Hauses.
In unmittelbarer Nähe ist das Kloster Zafaran...hoch oben in den Bergen.
Es ist das religiöse Zentrum des Tur Abdin  , so heisst das Kalksteingebirge dort.
Wieder ein wenig Geschichte zum Kloster :
Zafaran wird abgeleitet vom Wort Safran , was dann in Zusammenhang mit dem Kloster bedeutete, dass man einst Safran unter den Mörtel gemischt hatte , damit es im Kloster gut riechen werde.
Das Kloster stammt schon aus der Zeit 493 n.Chr. und ist noch heute voll in Betrieb.
Das Kloster war dann von 1160 bis 1932 Sitz des Patriarchen der syrisch-orthodoxen Kirche. Ab 1933 wurde allerdings dieser Sitz zunächst nach Homs und später 1957 nach Damaskus verlegt.
Heute ist das Kloster der Sitz des Bischofs von Mardin .Allerdings verließen zur Zeit der anhaltenden Kurdenkonflikte viele syrisch -orthodoxe Christen das Gebiet des Tur Abdin . In Mardin selbst als auch im Gebiet Tur Abdin leben heute höchstens noch knapp 10 Tsd. aramäische Christen .
Das Kloster-Gelände ist von einer gewaltig hohen Mauer umgeben - über dem Eingang selbst steht eine syrische Inschrift.Innerhalb des Klostergeländes gibt es drei Kirchen - die Marienkirche stammt aus dem 6.Jhd.; in der Hauptkirche finden hier sogar täglich Gottesdienste statt in Aramäisch , wo neben den Mönchen auch Mitglieder der kleinen christlichen Gemeinde von Mardin teilnehmen können.
Man kann sogar dort übernachten ( wir haben nämlich dort übernachtet) ; die Zimmer sind sauber und einfach eingerichtet. Die Schlafstellen stehen allen - auch Touristen - offen .Eine Anmeldung vorher ist allerdings zwingend  erforderlich .
Im Sommer kann man auch im Freien hier übernachten .Die Übernachtung ist kostenlos ; es wird jedoch erwartet , dass man sich anhand einer kleinen Spende erkenntlich zeigt.
Es gibt auch einige wenige deutsche Christen (Mönche und Schwestern), die im Kloster leben.
Man wird ganz freundlich empfangen und durch das Kloster geführt....auch sie freuen sich sehr , kommen mal Deutsche in diese abgeschiedene Gegend. Am Abend haben wir viel erzählt bis weit in die Nacht hinein.
Schaut man dann vom Kloster -Berg in die Ebene sieht man unweit die Lichter der nächsten Stadt in Syrien , denn die Grenze ist nah.
Das Kloster umgibt ein riesiger Garten , wo vieles an Gemüse und Obst selbst angebaut wird.
Gleich hinter dem Kloster direkt am Berg kann man mehrere Höhlen im Fels entdecken - wir waren allerdings nicht dort . Einige andere Klosterruinen gibt es auch noch in der Umgebung.
Sehenswert im Ort Mardin selbst  sind auch die Moscheen , wobei von einer behauptet wird, hier wäre der Fußabdruck des Propheten Mohammed zu sehen .
Kein Mensch weiss aber, ob es stimmt.... es wird halt erzählt bei der Besichtigung.
Nur einige wenige ausgewählte Reiseveranstalter bieten in diese Region Reisen an , wobei es sich meistens um Rundreisen handelt, wo die Stadt Mardin mit angefahren wird.
Ansonsten kann man ausschliesslich nur individuell dorthin reisen.
Setzen Sie sich mit uns in Verbindung und wir helfen dabei, Ihre Reise hierhin zu planen und geben Ihnen weitere Tipps.

Post von: Reisebüro Globus

Bildnachweis :Heidrun Jahn


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