Nachdem ich im 1. Post mehr auf den Spuren von Mark Twain wandelte (Keine Schweizer Reise ohne Besteigung der Rigi – Auf den Spuren Mark Twains I), handelt dieser Post von unserer Besteigung aus Richtung Goldau.
Es war einer der Novembertage in 2011 als auch wir uns sagten, heute geht’s auf die Rigi. Unsere Unterkunft war in Thalwil am Zürichsee und das Wetter am See war sehr trübe. In den Nachrichten hörten wir, dass die untere Wolkenschicht bis in eine Höhe von etwa 900 Meter reicht. Bei einer Gipfelhöhe von 1800 Meter haben wir beste Chancen einen sonnigen Tag zu erleben.
Wir fuhren in Richtung Goldau und von hier aus weiter in Richtung Kräbel. Das ist der Ausgangs- und Endpunkt unserer kleinen Wandertour. Der dichte Nebel in Kräbel stimmte uns positiv, dass bald ein Ende der Unteren Wolkenschicht in Sicht kommt. Die 1953 erbaute Schwebebahn beförderte anfangs nur 4 Personen. Erst nach einigen Umbauten wurde eine Kapazität von 15 Personen je Gondel erzielt. Kräbel liegt in einer Höhe von 760 Meter. Bei der Bergfahrt erlebten wir wieder den phantastischen Wechsel des Grau in Grau zum strahlenden Sonnenschein. Die Überschreitung dieser Grenze schlägt sofort in eine innere Freude und Begeisterung um.
Rigi-Scheidegg liegt 1660 Meter hoch und die spätherbstliche Sonne wärmte noch. So dass ich meine Jacke auszog und in kurzärmligen Sachen weiterging. Unser Weg führte über den Seeweg entlang am Vierwaldstädter See nach First. Immer wieder hatten wir wunderschöne Aussichtspunkte. Leider waren durch die Wolken der See mit seinen vielen Ortschaften nicht zu sehen. Dafür entschädigten uns die Blicke in die Berglandschaften.
Kurz vor Rigi-Kaltbad tauchte eine der Rigi-Bergbahnen aus dem Nebel auf und zog sich mühsam an der mittleren Zahnstange dem steilen Berg hinauf. Eine Schweizer Ingenieursleistung die seinesgleichen sucht. Immerhin fahren die Personenwagen bergan mit einer Geschwindigkeit von 21 km/h und bergab zwischen 14 und 17 km/h und das bei einer Steigung bzw. einem Gefälle bis zu 25%. Und die Schweizer haben auch weiterhin die Nase vorn. Erst 1999 patentierten sie die „biegbare Zahnstangenweiche“ und führten eine technische Neuheit ein. Eigentlich für jeden Eisenbahnfreak ein muss.
Nach unseren kurzen Ausflug in das Wunderwerk der Zahnradbahnen führte unser Weg weiter in Richtung des 1600 Meter hohen Staffel. An dieser Stelle treffen sich die beiden Zahnradbahnen von Vitznau und Goldau. Die letzten Meter zum Gipfel steigen noch steil an. Am Ende wird man mit einem wunderschönen Panorama beglückt. Über Arth und Goldau öffnet sich die Wolkendecke mit einem faszinierenden Anblick.
Die Sonne senkte sich langsam und es wurde merklich kühler. Auf unsere zahnradbetriebene Bahn in Richtung Goldau mussten wir nicht lange warten.Wir fuhren ab in Richtung Kärbel wo unser Auto auf uns wartete. Wie schon am Morgen war hier wieder Nebel.
Das Erlebnis- und Erholungsparadies Rigi hat aber noch vieles mehr zu bieten:
- Ein romantisches, schwebendes Restaurant ( Panorama-Luftseilbahn von Weggis nach Rigi-Kaltbad), jeden Samstag-Abend von Juli bis September
- Sonnenaufgangsfahrten auf die Rigi, jeden Sonntag von Mitte Juni bis September
- Sonderzugfahrten mit der Dampflok (im Jahr 2012 wegen Bauarbeiten nicht möglich)
Bildnachweis: Peter Ehrlich
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