Dienstag, 7. Februar 2012

Fahrt mit der Centovalli -Bahn von Locarno nach Domodossola

Will man von Locarno am Lago Maggiore (Kanton Tessin)  recht schnell in andere Regionen der Schweiz, so ist man am schnellsten durchs Centovallital, welches bereits in Italien liegt.
Unterirdisch im Bahnhof von Locarno ist die Station (Ausschilderung zur "Centovalli-Bahn " beachten)  .
Die Bahn selbst hat 2 Betreiber ; auf schweizer Seite von der Bahngesellschaft FART und auf italienischer Seite von der SSIF.
Diese gemeinsame Betreibung der Bahn wurde bereits im Jahre 1918 ausgehandelt und ist noch heute gültig, es gibt darüber sogar einen Staatsvertrag.
Offiziell eröffnet wurde die Bahnstrecke der Centovallibahn  , die ca 51km lang ist , am 25.November 1923.
Am 7.und 8.August 1978 kam es aufgrund Hochwassers auf italienischer Seite zu schweren Schäden, wo außerdem mehrere hundert Meter Gleis weggeschwemmt worden ist und zwei Brücken zerstört wurden. Erst im Sommer 1980 konnte dann der internationale Verkehr wieder aufgenommen werden.
Das erste Stück der Bahn bis zum Haltepunkt S.Martino führt ausschliesslich durch einen Tunnel; weiter geht die Strecke durch das malerische Maggiatal bis zum Örtchen Ponte Brolla. Die Bahn durchquert weiter das Pedemonte bis hin zum Örtchen Intragna .
Intragna liegt direkt  an der Bahnstrecke der Centovallibahn ,die eine grosse touristische Bedeutung hat.
 Unterhalb des Ortes überquert die Bahn mit einem 82 m hohen Viadukt den Fluss Isorno.
 Die Centovallibahn ermöglicht die direkte Verbindung von  Locarno und mit den international durchgehenden Zügen nach dem italienischen Domodossola, das an der Simplonstrecke liegt. Diese stellt über Visp  die schnellste Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmittel in die Westschweiz her.
 Intragna ist auch Ausgangspunkt einer Seilbahn nach Costa mit einer Zwischenstation für den Ort Pila. In Intragna steht der mit 65,75 m höchste Kirchen-Glockenturm  des Kantons Tessin.
Ein Aussteigen lohnt also ; man kann ja dann mit einer späteren Bahn Richtung Domodossola weiterfahren.
Allerdings haben wir es nicht gemacht- unser Ziel war die Westschweiz , wo wir am Abend Montreux erreichen wollten.
Rechts und links der Bahnstrecke kleine Ortschaften , tiefe Täler und malerische Schluchten .
Im Centovalli bis hinauf zur Grenze zu Italien beginnt hinter Intragna ein recht steiler Anstieg  und es dauert nicht lang und das Grenzschild begrüßt einen .... Gleich sind wir in Italien und mehrere größere Orte befinden sich entlang der Strecke - wir durchfahren die Orte Re, Maleso und Santa Maria Maggiore, wo dann mit 836 Meter ü.M. der höchste Punkt erreicht ist .
Es geht weiter zunächste sanft und dann immer steiler im Abstieg bis hinunter zur Station Trontano ; weiter führt die romantische Bahnstrecke durch das Tal des Toce.
Gegenüber der Bahnlinie sieht man an den Berghängen kleine ,malerische Dörfer - wie "angeklebt " sieht das aus.
Es dauert  nicht lang und Weinhänge werden sichtbar - das Tal öffnet sich und schon in der Ferne sieht man die ersten Häuser von Domodossola.
Die Fahrtzeit von Locarno bis Domodossola  dauert ca 1Stunde 45 Minuten.
Von Domodossola hat man nun Anschluss an die Fernreisestrecken nach Milano(Italien )  oder Richtung Visp(Schweiz ) , um von dort dann andere Regionen der Schweiz erreichen zu können.

Blick nach Domodossola
 Wir mussten nicht in Visp umsteigen , da wir bereits hier in den Fernzug von Milano kommend Richtung Geneve (Genf ) einsteigen konnten .
Die Strecke der Centovallibahn ist vor allem auch für  Wanderer durchaus interessant - man kann aussteigen und ggfl. mit einer der nächsten Bahnen zurück Richtung Locarno oder halt weiterfahren  bis Domodossola.
Besitzer eines Swisspasses müssen einen minimalen  Aufpreis für die Benutzung auf italienischer Seite  zahlen .
Das Ticket dazu gibt es gegenüber des Bahnhofes Locarno im Gebäude der FART oder direkt im Zug.

Post von: Reisebüro Globus

Bildnachweis :Heidrun Jahn

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