Donnerstag, 23. Februar 2012

HOSAP KALESI in der Provinz Van /Ost-Türkei

Vielfältige Zeugnisse alter Baukunst gibt es in der Ost-Türkei Unmengen .
Eine Burg "neueren Datums "( gebaut erst im Jahre 1643 ) ist das HOSAP -Schloss  im kleinen Ort Güzelsu in der Region Van unweit der Grenze zum Iran.
"HOSAP" ist kurdisch und bedeutet zu deutsch : schönes Wasser !
Wir fragten uns allerdings ,als wir diese Burg besichtigten ,wo denn hier im Ort Güzelsu das Wasser herkommen soll, keine Ahnung ! Weit und breit kein Wasser oder ein Flüsschen .
Aber vielleicht hat man sich auch auf den in der Region gelegenen riesigen Van-See ( ist übrigens 7 mal größer als der Bodensee!) berufen.
Jedenfalls steht hier eine Burgruine , die es lohnt , besichtigt zu werden .
Die Burg befindet sich mitten im kleinen Dorf Güzelsu an der Landstrasse Richtung Hakkari; ca .60 km östlich der Provinz-Hauptstadt Van.
 Ein Parkplatz ist gleich unterhalb der Burg und auch viele kleine Geschafte und Cafes. Einem türkischen Kaffee steht also nichts im Wege, bevor man hinauf geht zum Burgeingang. Der Weg hinauf ist recht steil.
Wieder ein wenig Geschichte:
Man fand heraus , dass das Hosap-Schloss  eine urartäische Festung war, die zur Bewachung der antiken Militärstrasse, die sich von der Hauptstadt ( Van Kalesi- TUSPA)  in den Nordwest-Iran erstreckte, diente.
Zur Festung Van -Kalesi gibt es bereits einen Artikel hier im Blog .
Die"Neue "  Burg wurde auf einem Felsen im Jahre 1643 vom Kurdischen Fürsten Sari Süleman Bey von den Mahmudians  errichtet. Es gibt am überdimensionalen großen Torturm eine Inschrift , wo auf den Erbauer (Architekt )  namens Tilma hingewiesen wird.
Das Schloss/die Burg ist von drei Befestigungsmauern umgeben.Im Inneren der mächtigen Zitadelle gibt es eine Moschee, einen Baderaum , mehrere Magazine, einen Kerker und einen Taubenturm. Eine Brücke nahe der südlichen Ecke der Burg ist ,laut einer dort zu lesenden Inschrift , die älteste osmanische Brücke in der gesamten Van -Region.
Kommt man den recht steilen  Weg zur Burg hinauf , so betritt man das Schloss durch einen monumentalen Torturm , wo sich viele schöne Verzierungen daran befinden . 
Drinnen kann man dann zur oberen Zitadelle hinauf auf Felsenstufen , die bestimmt schon aus urartäischer Zeit stammen und da gebaut worden sind. Ein "blindes " Fenster am Torturm und einige Steinblöcke sind allerdings die einzigen verbliebenen Teile aus der urartäischen Zeit-Periode ( ca 8. bis 11.Jhd. v.Chr.)

 Im Jahre 2008 wurde das Schloss wegen Baufälligkeit erst einmal geschlossen und dann im  Jahr 2010 wieder aufgemacht.
Ursprünglich gab es schon  früher , als die Burg noch bewohnt war , 2 Moscheen, jede Menge Vorratskammern, mehrere Bäder ; an die 300 (!) Zimmer und auch einen Kerker hier.
Wenn man die Burg kennt ,so frage ich mich ..... wo war das wohl alles? Denn so riesig ist die Anlage  nämlich nicht........ besonders : "Wo waren die 300 Zimmer ?"
Übrigens gibt es ein Buch, welches hier in der Region in Zusammenhang mit der Burg HOSAP handelt:
von Yasar Kamal "Die Ararat-Legende" - die beiden Hauptpersonen Ahmet und Gülbahar im Roman bekamen nämlich hier Zuflucht auf der Flucht vor dem Pasha.
Die Burg selbst ist heutzutage ein recht beliebtes Ausflugsziel in der Region um den Van-See....
Von den Touristen -Regionen an der Türkischen Riviera allerdings einfach viel zu weit weg; da muss man schon paar Tage hier sein.
Für weitere Hinweise zur Region und zu den Anreisemöglichkeiten und Ausflügen vor Ort sich einfach mit uns in Verbindung setzen.
Auf http://www.wowarstdu.de/  finden Sie weitere interessante Türkei-Reisetipps sowie auch aus anderen Regionen der Welt ; ebenso Hotel- und Schiffsbewertungen

Post von: Reisebüro Globus
Bildnachweis :Heidrun Jahn


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