Samstag, 25. Februar 2012

Ausflug mit dem Boot zur Insel Akdamar im Vansee

Mitten im riesigen Vansee , einem Salzsee ohne Abfluss und der ca 45 km von der Stadt Van ( in der Osttürkei ) entfernt liegt, gibt es  eine kleine Insel -
 die Insel A k d a m a r .
Der Vansee , auch als das "Meer der Osttürkei" bezeichnet , ist 7 x größer als der Bodensee... mit diesem Vergleich kann man sich vielleicht ein wenig in dessen Größe hineinversetzen.
Zum Vansee gibt es bereits einen Bericht hier im Blog.
Die Insel Akdamar ( auch  Ahtamar )  ist vom kleinen Ort Gevas mit einer Mini - Fähre zu erreichen .
Die Insel Akdamar  ist ca 500 Meter lang und ca 400 Meter breit.
Sie ist die zweitgrößte Insel im Vansee  ,  der 120km lang  , 80km breit und ca 460 Meter tief ist .
Die Überfahrt von Gevas aus dauert so lange nicht .
Man fährt zuerst ein wenig um die Insel herum ; vorbei an hoch aufragenden Felsen ( von vielen Möwen umschwirrt) so erreicht man den kleinen Inselhafen.
Bewohnt ist die Insel heutzutage selbst nicht.
Mit der letzten Fähre am Abend fahren auch die wenigen Händler mit, die dort zum Teil Getränke anbieten oder andere Andenken verkaufen wollen. Viel Händler gibts eh nicht !
Besonders an den Wochenenden kommen auch viele kurdische Familien hierher um hier vom Ufer der Insel aus zu baden- wir waren an einem Wochentag hier und somit eigentlich die einzigen Besucher...die Fähre fährt nur, wenn man angemeldet ist ; wenn Leute an der Abfahrtstelle stehen... feste Zeiten zur Überfahrt gibt es wochentags eigentlich nicht.
Die Hauptattraktion auf der Insel ist die
 K i r c h e zum  He i l i g e n  K r e u z , eine armenische Kirche-sie ist  richtig gut erhalten !
Im 4. Jahrhundert wurde die Insel rundum befestigt durch eine armenische Herrscherfamilie aus dem Geschlecht der Rschtuni - der Name Akdamar leitet sich ab von der Sage nach einer armenischen Königstochter " Tamar" ab .Ich  kenne die  ganze Sage allerdings nicht , nur Folgendes erzählte uns unser Reiseleiter : "Ah Tamar " , das sollen die letzten Worte eines jungen Mannes an seine Geliebte, die auf der Insel lebte , gewesen sein, bevor er selbst in den Fluten des Sees ertrank.
 Heute sagt man auch oft "Klosterinsel" .
Die Insel mit seiner imposanten Kirche darauf war lange Zeit das kulturelle Zentrum der Armenier hier im einstigen Armenischen Hochland, als das Gebiet noch Armenien angegliedert war. 
Die Kirche selbst ist der letzte Rest einer Stadt auf dieser Insel mit Kloster und Palastanlagen( all das  war gebaut worden von 915- 921 ) .
 Das Kloster selbst wurde dann 1915 zerstört, die Kirche geplündert und viele der katholischen Mönche sind ermordet worden . Ein trauriges Kapitel jedenfalls ! Am 10.August 1916 wurde dann das Katholikat von Akdamar aufgehoben .
Die Kirche zerfiel immer mehr ; die Palastanlagen waren alle  zerstört worden.
Erst im Jahre 2005 beschloss die türkische Regierung die komplette Restaurierung dieses uralten historischen Bauwerkes- viele Jahre war die Insel und die Kirche nur Baustelle; rund um die Kirche war alles abgesperrt und wir konnten eigentlich nur vom Zaun aus Fotos machen .Ein Betreten der Kirche selbst war durch uns nicht möglich .
Lediglich in einem Teil des die Kirche umgebenden Gartens konnten wir umgelaufen.
Im Garten findet man noch heute vielfältige Zeugnisse uralter Kultur; der urartischen nämlich .

Stelen mit Inschriften
 Es gibt noch viele Stelen ( das sind Grabsteine) mit Inschriften aus dieser Zeit : z.B. eine Stele mit einer Inschrift des urartäischen Königs Menua , der von 810 - 785 v.Chr. lebte.
Für "Steine-Liebhaber "( ich bin einer !) absolut interessant , hier durch alle die Gräberreihen zu gehen und so der Geschichte auf der Spur.
Jedenfalls wurde nach umfangreichen Bauarbeiten dann im Jahre 2007 die mittelalterliche Kirche wiedereröffnet als Kulturdenkmal( finanziert durch den türkischen Staat) ; allerdings o h n e christliches Kreuz .
Inzwischen sind alle Bauarbeiten abgeschlossen  und auch die Gerüste entfernt.
Dann hat es nochmal 3 Jahre gedauert, eh die türkische Regierung endlich die Erlaubnis erteilte, einen christlichen Gottesdienst durchführen zu lassen..... im September 2010 war es dann endlich soweit und nach 100 Jahren durfte zum ersten Mal wieder solch ein Gotteldienst hier auf der Insel Akdamar in der neu rekonstruierten armenischen Kirche abgehalten werden. Unzählige Gläubige aus aller Welt kamen und bevölkerten die kleine Insel .
Auch ein neues , 2 m hohes Kreuz wurde dann im Oktober 2010 oben auf die Kirche gesetzt.
Mal sehen , irgendwann werd ich mir das nochmal anschauen, wie es jetzt eben fertig alles aussieht und eben nicht als Baustelle.
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Post von: Reisebüro Globus

Bildnachweis :Heidrun Jahn

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