Samstag, 18. Februar 2012

ARSAMEIA - steinere Zeugnisse aus vergangener Zeit

Unweit des Berges Nemrut Dag ( dort wo die riesigen Statuen des Kommagene- Herrschers Antiochus I. stehen ) findet man weit oben in den Bergen noch mehr große steinerne Statuen : ARSAMEIA
Ausschilderungen dorthin gibt es nicht ; man sollte also mit einem ortskundigen Führer in die Berge steigen zur Besichtigung.
Es gibt bereits einen Bericht im Blog zum Nemrut Dag.
Zuerst wieder ein wenig Rückblick in die Geschichte :
A r s a m e i a , in den Bergen erbaut im 3. Jahrhundert,  war Residenzstadt des Königreiches Kommagene. In den heissen Sommermonaten zog man sich hier in die kühleren Berge zurück.
Stadtgründer  war der armenische König Arsames
 ( er lebte von 255-225 v.Chr.) . Hier nahm dieser König im Jahre 235 v.Chr. den Seleukiden Antiochos Hierax auf dessen Flucht vor seinem Bruder Seleukus II. auf.
Zur Zeit der Römer, als diese in die Region hier gelangten und ansessig waren , wurde die Stadt in den Bergen allerdings wieder verlassen.
Überall  in der Umgebung findet man noch Zeugnisse und gut erhaltenen Bauten , Reliefs , Statuen wobei viele der Huldigung des Sonnengottes Mithras dienten.
Hinauf zu den Stätten und übermannsgroßen Reliefs und Statuen führt ein schmaler Weg.
Das Auto kann man auf dem unterhalb liegenden Parkplatz abstellen.
Eine Art Prozessionsweg  führt in einer Z-Form den Berg hoch ,vorbei an 3 markanten Stellen , welche der Entdecker  der Stadt , der deutsche Archäologe Friedrich Karl Dörner,  mit Sockelanlage I-III bezeichnete.
Ein Relief zeigt z.B. eine Darstellung , wo  Antiochos (Herrscher der Kommagene) sich und seine Angehörigen mit den Göttern auf die gleiche Stufe stellen . Es zeigt Antiochos oder Mithridates beim Handschlag nit dem Sonnegott Mithras.
Man kann umher streifen zwischen all den Inschriften ( vieles ist  heutzutage noch immer  nicht erforscht und entdeckt  ) ........niemanden stört es.
Die schmalen Gänge (Platzangst sollte man aber nicht haben ) , die in die Felsen gehauen wurden , kann man auch betreten.
Eine riesige Halle ( durch einen Felsgang zu erreichen ) , von der erneut 14 Stufen hinab in eine weitere große Halle führt zeigt wahrscheinlich eine Mithras -Kultstätte . Es wird jedoch auch vermutet, dass hier das Grab des Mithridates ist. Keiner weiss es jedoch ganz  genau ; es sind bis jetzt nur Vermutungen !
Anhand von Schriftwänden ,die man hier sieht , konnte der Ort in den Bergen  jedoch eindeutig als kommagenische Residenzstadt Arsameia indentifiziert werden.
Im Zuge der Erforschung des gesamten Nemrut Dagi-Gebietes  hatte man auch diese Bildersteine und diese "Stadt" entdeckt - im Jahre 1953 war dem deutschen Archäologen Friedrich Karl Dörner von den Behörden eine Grabungsgenehmigung erteilt worden  . Zusammen mit der Amerikanerin Therese Goell legte er dann von 1953 -1956 all diese Fundstücke frei. Danach geschah lange nicht und erst im Jahre 1963 wurde erneut hier "gebudelt ". Ein Teil der Funde von hier kann man auch im Archäologischen Museum von Gaziantep besichtigen .
Hierher in die Berge zu den Statuen  zu kommen lohnt aber dennoch . Viele Besucher-Scharen wird man eher nicht entdecken , da es weit von den touristischen Urlaubsregionen entfernt ist .
Wir waren zu unserem Besichtigungs-Zeitpunkt die einzigen Besucher.
Man sollte ggfl. sich zu trinken mitnehmen.... ein Restaurant o.a. ist nicht in der Nähe.
In unmittelbarer Nähe( ca 2 km entfernt von hier )  liegt auf einem Berg eine recht gut erhaltenen Burg -die Burg Yenikale ( zu deutsch : die Neue Burg ). Bis hierhin reichten damals die Palastgebäude von Arsameia  der kommagenischen Herrscher, was einige Inschriften, die man entziffern konnte,  beweisen.
Heute ist dort eine Mamelukenburg und  diese diente  viele Jahrhunderte auch als Brieftauben -Station, was der Burg auch den Zusatznamen "Taubenschloss " einbrachte.
 Auch hier kann man "Entdecker spielen" und Zeugnisse alter Zeit besichtigen.
Unweit davon gibt es noch ein Bauwerk, dass man unbedingt besichtigen sollte  : die
C e n d e r e - Brücke , auch Chabinas-Brücke oder Septimius-Severus-Brücke genannt .
Diese Brücke wurde als Einbogenbrücke vom römischen Kaiser Septimus Severus um 200 v.Chr.  errichtet und ist noch fast vollständig im Orginal erhalten.
Die vier Säulen am Anfang und am Ende der Brücke sind ein Zeichen für den Römischen Kaiser Septimus Severus selbst , für seine Frau Julia Domna , sowie für sein Söhne Geta und Caracalla .Dies geht hervor aus einer Inschrift , die man entziffert hat ,auf einer der Säulen .
Geht man heutzutage über die Brücke so stellt man fest : es gibt nur noch drei Säulen .Wo ist die vierte ?
Die vierte Säule soll von Caracalla, als dieser Kaiser geworden war und da seinen Bruder Geta umbringen lies , entfernt worden sein. Grausame Zeiten waren das schon damals !
Caracalla lebte von 188 bis zum Jahr 211 - er wurde von seinem Leibwächter ermordet.
Wen es interessiert ,der kann hier mehr lesen zum Kaiser Caracalla .
Hinweis :
Überall in der Region der Provinz Adiyaman stößt man auf Bauten o.a. aus der Römerzeit, die alle richtig gut erhalten sind.
Die Region Adiyaman/Kahta  kann man erreichen über Angebote diverser Spezialveranstalter oder setzen Sie sich mit uns in Vernindung.

Post von: Reisebüro Globus

Bildnachweis :Heidrun Jahn

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