
Nur wenige kennen diese Stadt ; noch weniger Touristen waren schon einmal dort....ich aber war es ! Es gibt so unendlich viel dort zu entdecken !
Die Stadt selbst ist heute total verlassen, nur Ziegen grasen zwischen den gut erhaltenen Ruinen alter Bauten .
Sie liegt weit in der nord-östlichen Türkei unweit der Grenze zu Armenien, ca 45 km südlich der türkischen Stadt Kars.
Wieder zuerst etwas Geschichte :
ANI selbst ist seit ca dem 5.Jhd. als armenische Festung nachweisbar. Im Jahre 763 ging die Stadt dann in den Besitz der Bagratiden ( das war eine armenische Herrscher-Dynastie) über.; wobei sich Ani später zu einer recht bedeutenden Stadt entwickelte. Der armenische König Aschot III.Bagratuni ( 951-977) machte die sich recht gut entwickelte Stadt sogar zur Hauptstadt seines armenischen Königreiches.
Im Jahre 1045 übernahmen die Byzanthiner die Regentschaft der Stadt , welche auch an der nördlichen Seidenstrasse lag. ANI wurde bekannt als "Stadt der 1001 Kirchen " und hatte damals weit über 100 Tsd.Einwohner. Das ist schon echt beachtlich für damalige Zeiten gewesen!
Im Jahre 1064 besetzten türkische Seldschuken die Stadt...später wechselten immer mal wieder die "Besitzer ". Zwischen den Jahren 1125 und 1209 gelang es den Georgiern , die Stadt , welche schon immer mit wuchtigen Festungsmauern umgeben war ,zu erobern. Im Jahre 1239 fiel die Stadt in die Hände der Mongolen .Das Schicksal besiegelte allerdings ein starkes Erdbeben im Jahre 1309, wo danach die Einwohnerzahl immer mehr abnahm .
Nach dem Jahr 1534 war ANI ein Teil des Osmanischen Reiches und lag dann zwischen 1878 und 1917 auf dem Gebiet des damaligen Russischen Reiches.
| Grenz-Graben mit Blick nach Armenien |
Noch heute kann man absolut phantastische Bauten ( besser : Reste davon ) besichtigen ; allerdings kommen kaum Touristen bis hierher.
ANI selbst war früher die ehemalige armenische Hauptstadt - heute liegt diese aber komplett auf türkischen Gebiet .
Immer mehr überwuchert Gras die noch recht gut erhaltenen Bauten, die von einer noch existierenden riesigen Stadtmauer umschlossen sind und man trifft heute nur Kinder ,welche Ziegenherden hüten.
Man braucht viel Zeit , das riesige Gelände zu erkunden....und sollte deshalb recht gut zu Fuss sein.
| wuchtige Stadtmauer |
Exakt auch hier ist,wie schon erwähnt , der Grenzverlauf der Türkei zu Armenien. Die Stadt ( oder das , was von ihr noch übrig ist ) steht nämlich oberhalb eines riesigen Grabens und von dort kann man hinüber blicken zur armenischen Grenzstation . Man hört sogar die recht laute Musik aus dem Radio in der armenischen Grenzstation.
Winken zu den Grenzsoldaten hinüber ist erlaubt ; es stört niemanden und die Grenzer auf beiden Seiten auch nicht....nur hinunter in den Graben sollte man nicht gehen.
Viele gut erhaltenen Bauten, vor allem Kirchen -Reste , Zitadellen kann man noch betreten. Die Kirche des "Heiligen Gregor " ist recht gut erhalten . So war die Stadt auch mal Sitz eines armenischen Bischofs.
Heute ist Ani leider eine "Geisterstadt" , die einzigen "Bewohner " sind Ziegen und türkische Grenzsoldaten .
Touristen verirren sich nur wenige hierher, um nicht zu sagen : fast überhaupt keine.
Man hat also eine Menge Platz zum Fotografieren *** und wird nicht gestört...... fuer kulturinteressierte Besucher aber eine wahre Fundgrube!
Hinweis : ***Fotografieren ist mittlerweile seit ein paar Jahren wieder erlaubt; noch bis zum Jahr 2005 war ANI absolutes Sperrgebiet und kein Fremder durfte hier hin. ....Zum Glück hat sich das geändert!
Wie aber kommt man nach Ani ?
Entweder mit einer Rundreise durch die Osttürkei über verschiedene Reiseveranstalter oder individuell mit Flug über Istanbul ( Umsteigen ) nach Trabzon oder Erzurum . Von hier aus mit einem Fernbus nach Kars. Es gibt aber auch schon Flüge direkt nach Kars (meist über Istanbul oder Ankara mit Umsteigen).
Von Kars aus sind es dann nochmal ca 45 km; da man muss sich individuell kümmern.....es gibt von dort aus auch Dolmus-Verbindungen nach Ani.
Zur Stadt Kars gibt es bereits einen Artikel hier im Blog.
Wichtig : beste Reisezeit : von Mai bis Oktober ( Im Winter ist es sehr kalt und es kann zu Temperaturen bis unter Minus 30 Grad kommen !)
Hinweis : Man sollte der englischen Sprache mächtig sein , um sich ggfl. mit Jungendlichen unterhalten zu können oder ein wenig türkisch sprechen .... deutsch spricht man hier allerdings nicht !
Post von: Reisebüro Globus
Bildnachweis :Heidrun Jahn
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