
Auf dem ersten Blick denkt man : " Wow, was für eine riesige Burg !" Und so ist es auch !
Von Alanya kommend,nachdem man bereits durch die Berge die recht kurvige Küstenstrasse gefahren ist , öffnet sich bergab erneut ein großes Tal und die Stadt Anamur liegt vor uns :jetzt an den vor der Stadt neu entstandenen Hochhäusern vorbei die schnurgerade Hauptstrasse D 400 entlang durch Anamur einfach durchfahren , nach ca 5-6 km östlich der Stadt (schon in Richtung Silifke/Mersin ) fährt man direkt auf die Burg zu.
Schon da sieht man zuerst die riesigen Mauern , welche die wuchtige Burg umgeben.
Die Burg liegt direkt rechterhand am Meer.
Ein wenig Geschichte :
Eigentlich wurde die Burg im 3. Jahrhundert n. Chr. als römische Festung gebaut.
So hat man u.a. bei Ausgrabungen im Jahre 1988 auch Reste von Mosaik-Fussböden ; Reste von Bädern und Zimmern gefunden.
Später baute man jedoch die gesamte Burg neu unter der Herrschaft des Königreiches Kleinarmenien um bis ca zum Jahre 1080 ; von 1080 bis 1375 war Kilikien dann jedoch unabhängig.
In der Burganlage kann man auch viele fränkische Architekturelemente entdecken , geschuldet dem ,dass damals um diese Zeit des Umbaus im 10.Jhd. eine enge Verbündung zu den Kreufahrerstaaten(Königreich Jerusalem, Fürstentum Antiochia, Grafschaft Edessa, Grafschaft Tripolis) bestand.
Denn nach dem Ende des kleinarmenischen Reiches wurde die Burg dann im Jahre 1375 von den Karamanogullari ( damals mächtige Herrscher in Anatolien ) übernommen und erneut ausgebaut im 14.Jhd. Es gibt sogar eine Inschrift ( ist schwer zu finden ) an der Burg-Nordseite , wo der Erbauer Karamanoglu Alaeddinoglu Mehmedoglu Sultan Ibrahim genannt ist . Später übernahmen die Osmanen die Herrschaft und bauten die Burg erneut um -und aus.
Die Burganlage ist zum Teil landseitig mit einem großen Wassergraben umgeben, worin heutzutage Unmengen Wasserschildkröten und Frösche eine "Heimat " gefunden haben.
Die Ausmaße der Burg- Anlage sind riesig : 240 m in West-Ost-Richtung und nochmal 170 m von Norden nach Süden.
Der Innenraum selbst ist durch Mauern in verschiedene Höfe abgeteilt.
Die mächtigen Außenmauern beherbergen 36 Türme; mal sind diese rund, mal eckig; auf manche dieser Türme kann man noch heute hinaufsteigen und hat einen guten Ausblick auf die gesamte Burganlage.
Eine eigene Moschee ist in einem der Höfe vorhanden, die heutzutage auch noch voll genutzt wird. Besichtigen darf man diese Moschee jedoch nicht!
Zur Besichtigung der gesamten Burganlage sollten man ca 1 Stunde mindestens einplanen, je nach Interesse.
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| Blick auf einen Teil des Inneren der Anlage |
So wie die Burg heute dasteht weist sie die Architektur-Elemente der Osmanischen Herrscher des 16.Jhd. aus.
Keine Angst , einen Touristen-Trubel gibt es hier nicht...meist ist man komplett alleine auf Entdeckungstour in der riesigen Burganlage.
Badesachen kann man einstecken, denn gleich daneben befindet sich ein naturbelassener Strand. Im heißen Sommer recht angenehm .
Auf der anderen Straßenseite der Burg gibt es auch mehrere kleine , einheimische Restaurants, wo man lecker essen oder einfach nur einen türkischen Tee trinken kann.
Ein kleiner Parkplatz (nicht kostenpflichtig ) ist direkt an der Strasse rechts vor dem Eingang.
Und : kommt man, so wie wir , im Mai erlebt man direkt vor der Burg im kleinen Fluss dieses Gewimmel
an unzähligen Wasser-Schildkröten.
Als Fahrtzeit von Gazipasa entlang der Küstenstrasse bis hierher muss man ca knapp 2,5 Stunden pro Strecke rechnen .
Bevor man nun zurückfährt , sollte noch unbedingt ein kleiner Abstecher zum Anamurion gemacht werden - diese Ruinen-Anlage liegt genau am entgegengesetzen Ende der Stadt ( dort, wo man zuerst auf die riesigen neugebauten Hochhäuser trifft ) .
Man muss auf das Hinweisschild an der Strasse achten ! Hier im Blog kommt dazu ein weiterer Bericht.
Post von: Reisebüro Globus
Bildnachweis :Heidrun Jahn und k.h.kroeblin
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