Montag, 16. Januar 2012

Besichtigung von Anamurion : antike Stadtreste vor Anamur / Kilikien


Kommend aus Richtung Gazipasa die kurvenreiche Küstenstrasse entlang ( Dauer bis hierher ca 2,5 Std.) sieht man  gleich nachdem man an den riesigen Hochhäusern bergab vorbeigefahren ist ,einen Wegweiser rechterhand mit der Aufschrift :Anamurion
Ca 2 km von der Hauptstrasse D400 weg Richtung Meer befinden sich die Reste dieser Stadt der Antike.
 Noch heute sieht man die Ausmaße der zur damaligen Zeit riesigen Stadt; die Stadt hatte in ihrer römischen Blütezeit bis zu 20 Tausend Einwohner.
Wieder etwas zur Geschichte :
Die ersten Spuren von Siedlern , die hier begannen , eine Stadt zu bauen stammen aus dem 8. Jhd. v.Chr.
Während der Ausbreitung des Römischen Reiches bis nach Kleinasien und somit auch nach Kilikien war hier  eine , zur damaligen Zeit sehr große Stadt entstanden.
Die örtliche Lage war sehr günstig (direkt am Meer ) und vom Berg aus jeder feindliche Angriff ( von Landwegen und vom Wasser aus) weithin sichtbar.
So wurde z.B. die Stadt im Jahre 52 n. Chr. von einem Stamm wilder kilikischer Bergvölker, den Citae, unter dessen Anführer Troxobor ( über ihn ist bisher nichts bekannt) vergeblich monatelang belagert. Es gelang diesem Anführer Troxobor  nicht, die Stadt je einzunehmen.
Diesen Erfolg der Einnahme und eine Überwältigung der Stadt gelang erstmals dem König Antiochus IV von Kommagene ( er regierte zwischen 38 und 72 n. Chr.) .
Er besiegte die Stadt und gleichzeitig auch die belagernden Bergvölker und dessen Anführer Troxobor konnte getötet werden.
Hinweis : Der Kommagene-König Antiochus IV war ein Vasallen -König des Römischen Reiches!
Im 4. Jahrhundert erlitt die Stadt einen schweren Schlag; ein schweres Erdbeben zerstörte sie sehr und stark beschädigt wurden  vor allem wichtige Versorgungseinrichtungen in der Stadt  - so wurden alle Äquadukte zur Wasserversorgung , komplett zerstört.
Es lohnte sich deshalb nicht , all das wieder neu aufzubauen , so dass die Stadt nach und nach an Bedeutung verlor.  Sie existierte aber noch bis etwa Mitte des 7. Jhd; allerdings "schrumpfte " die Einwohnerzahl.
Anamurion selbst bestand damals aus einer befestigten Oberstadt auf dem Kap Anamur - man kann auf den hohen  Berg hinaufsteigen .
Achtung : es gibt kaum Geländer zum Festhalten ! Aufsteigdauer, je nach Schritttempo und klimatischen Verhältnissen 1-1,5 Stunden aufwärts.
Reste der Festung auf dem Berg stehen noch heute - aber ein phantastischer Ausblick ist zu genießen !Das ist der Lohn des mühsamen Aufstiegs !
Die Unterstadt unterhalb des Berghanges  ist teilweise noch recht gut erhalten und man kann in viele Gebäude noch reingehen und sie durchstreifen.
So hat man z.B. eine riesige Nekropole gefunden mit über 350 Gräbern aus dem 1. bis 4. Jhd., wunderbar ausgeschmückt mit Mosaiken und vielen guterhaltenen Wandmalereien.
Die Unterstadt besaß ein riesiges Theater, wo alleine 1500 Leute Platz hatten- dieses ist recht gut erhalten und kann auch besichtigt werden .
Die Reste eines Odeon ( hier gab es Wettkämpfe aller Art) mit über 900 Plätzen sind auch zu besichtigen.
Auch mehrere große Badehäuser ( offen für die damalige gesamte Stadtbevölkerung, denn jeder hatte hier Zutritt ) können noch betreten und besichtigt werden.
Man kann in noch erhaltenen unterirdischen Gängen unter dem Odeon umhergehen .
Das Gelände von Anamurion kann täglich besichtigt werden.
Ein geringer Eintritt ( pro Person ca 3 TL z.Z.) muss entrichtet werden.
Preisangaben ohne Gewähr.
Kommt man nach 16.oo Uhr ist oft gar keine Eintrittskasse mehr besetzt.
Überlaufen von Touristen ist es hier nicht; man hat vielleicht das Glück und man trifft überhaupt niemanden.
Immerhin braucht man per Auto von Alanya aus hierher knapp 3 Stunden pro Strecke..... und wer von den All inklusive-Touristen macht das schon ? Es sei denn , man ist wirklich kultur-interssiert , denn es lohnt sich , hier vorbeizuschauen .
Einzig an den Sonntagen ist das Gelände bevölkert - es gibt einen wunderschönen Strandabschnitt (Badesachen also einpacken) , denn dann picknikt die einheimische Bevölkerung hier sehr gern am Strand.
Es wird gebruzelt ( der Grill wird exrtra mitgebracht) , es wird gekocht( Gözleme ) und Tee getrunken......die ganze Familie mit "Kind und Kegel "  ist da mit dabei .
Da kann es schon mal passieren, dass man gleich zum Essen eigeladen wird - die Verständigung ist mit "Händen und Füßen " .
Die Einheimischen sprechen nur türkisch und wir halt eben nur deutsch oder englisch ; abgesehen von ein paar Worten türkisch, die man sowieso bringen sollte; schon aus Höflichkeit dem Urlaubsland gegenüber.
Aber irgendwie versteht man sich doch und hat viel Spass!
Als Besichtigungszeit ( ohne Bergbesteigung ) sollte man , je nach Interessenlage , ca 1 Stunde rechnen .
Und denken Sie  daran , sollten Sie die Besichtigung hier n a c h  der Mamure Kalesi ( siehe anderer Bericht hier im Blog )machen  : noch ein knapp 3 stündiger Heimweg im Mietauto  Richtung Hotelzonen um Alanya steht vor einen; und das auf kurvenreicher Küstenstrasse mit wenig Überholmöglichkeiten !

Post von: Reisebüro Globus

Bildnachweis :Heidrun Jahn
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