Dienstag, 24. Januar 2012

Berg- "Hinterland " an der Türkischen Riviera : SELGE


Das Hinterland Richtung Taurusgebirge zwischen Belek und Side hat neben vielen Rafting-Möglichkeiten im Köprülü-Canyon , deren Angebote man in jedem Hotel an der Riviera buchen kann , auch antike Ausgrabungsstätten zu bieten , die man besichtigen kann , wenn man ein wenig kulturinteressiert ist.

Heute möchte ich den Ausflug mit dem Mietauto ( mit dem  Dolmus ist es relativ schwierig , dort hinzu kommen und  es dauert ewig , da man ständig umsteigen müsste ) kurz beschreiben :

Als Fahrtzeit von der Hauptstrasse D400 aus solte man ca 1,5- 2 Std .rechnen ( ohne Stopps ) .
Wie kommt man also hin nach Selge , dem heutigen Dorf Altinkaya - bis Side sind es ca 56 km ?
Zuerst von der Hauptstrasse D 400 der Ausschilderung Köprülü-Canyon folgen - die Abfahrt liegt etwa zwischen Serik und Side.
Achtung : auf den braunen Wegweiser"Köprülü Canyon "  an der Hauptstrasse achten !
Es geht durch mehrere kleine Ortschaften ( fernab jeglichen Tourismus) , durch lange Pinienwälder hindurch auf einer sehr kurvenreichen Strasse, vorbei an mehreren Raftingstationen bis direkt ins Canyon -Gebiet   hinein .
Dort ,wo die imposante Brücke ist ( siehe Foto ); dann über díese  Brücke hinweg - Achtung : mit einem Kleinbus kommt man nicht drüber, nur mit einem normalen Auto .
Zu Fuss dann weiter bis nach Selge , das ist eigentlich zu weit - die recht gut ausgebaute Strasse windet sich in vielen Kurven immer weiter aufwärts in die Berge hinein .

Als Km-Entfernung nach Selge , dem heutigen Altinkaya , sind von der alten , imposanten Brücke aus  nur 11 km angegeben - Fahrtzeit von hier aus jedoch ca 30 Minuten .
An der Brücke ( es gibt einen Parkplatz und natürlich wieder Händler, die was verkaufen wollen - höflich sagen , dass man nichts möchte, dann lässt man uns in Ruhe ) aber unbedingt erst mal einen Stopp einlegen und natürlich Fotos machen .
Kennt man die Sächsische Schweiz in der Nähe  von Dresden, so  könnte man denken, man ist hier.
Es gibt hier im Köprülü -Canyon ähnliche Felsformationen, die nur eben hier nicht aus Sandstein sind, sondern es ist festes Felsgestein und eben nicht so bröckelig.
Die Fahrt geht ab Brücke kurvenreich weiter und hinauf bis auf eine Höhe von knapp unter 1200 Meter ü.M.
Immer wieder ist anhalten angesagt um all die Ausblicke ins Taurusgebirge , denn  noch im April sind jede Menge schneebedeckte Berge, zu genießen. Man hat genügend Anhaltemöglichkeiten an den Strassenrändern ...viel Autoverkehr ist eh hier nicht !
Kommt man dann im Dorf  Selge, dem heutigen Altinkaya an , so wird man eigentlich sofort erst mal umringt von gleich mehreren Bauersfrauen die , wie sollte es anders sein, etwas verkaufen wollen.
Gleichzeitig bietet man sich als "Reiseführer" bis hin zum antiken Theater an ....natürlich will man dann auf der Hälfte der Wegstrecke immer wieder erst mal was verkaufen !!!! Ein wenig deutsch haben sich viele der Frauen angeeignet, um sich ein wenig unterhalten zu können.
Was sollte man sonst in dieser Einöde hier oben wohl tun , fragte ich mich ? Mir persönlich waers viel zu einsam hier oben und so ist das Eintreffen von ein paar Touristen durchaus eine Abwechslung für all diese Frauen .
Fürs Parken im Dorf nahe am Friedhof ( danach wird die Strasse schlecht und huppelig) muss man ebenfalls einen geringen Obulus zahlen ( 2 TL).
Bis hin zum recht gut erhaltenen Amphitheater geht es dann zu Fuss ca 20 Minuten - ist machbar auch für Gehbehinderte.
Es geht dabei vorbei auf der huppeligen Dorfstrasse entlang an ganz einfachen Häusern, einer kleinen Schule , dem Gebetshaus, dem Friedhof und vor allem auch an ganz verrückten Gesteins-Formationen.
Ehrlich : wohnen möchte ich in dieser " gottverlassenen" Gegend hier nicht und im Winter ist es hier sicher auch ziemlich kalt und es gibt garantiert auch ne Menge Schnee.
Junge Leute haben wir eigentlich überhaupt nicht gesehen - man sagte uns , dass die alle die ganze Sommer - und teilweise auch Winter- Saison unten am Meer in einem der vielen Hotels arbeiten und so Geld für die ganze Familie verdienen. Sie kommen nur ganz selten mal nach oben ins Dorf.
Zuerst wieder ein wenig Geschichte zu Selge  :
Selge - in der Blütezeit im 3./ 4. Jhd. zählte die Stadt so ca 20 Tausend Einwohner und das gut erhaltenen Theater mit seinen 45 Sitzreihen bot ca 10.000 Zuschauern Platz.
Es wird überliefert, dass Selge nach dem Krieg um Troja durch den Seher Kalchas gegründet wurde und danach von Griechen aus Sparta besiedelt worden ist .
Als wirtschaftliche Grundlage wird der Anbau von Wein und Oliven angenommen auf der den kleinen Ort umgebenden sehr fruchtbaren Hochebene.
Politisch hatte man Beziehungen zu Aspendos ; ansonstens war die Stadt damals recht "kriegerisch "gegen ihre Nachbarn ausgerichtet.
Als Alexander der Große durch Kleinasien gen Osten zog , verbündete sich die Stadt mit ihm , um die nahegelegene Stadt Termessos zu belagern . Die Belagerung war allerdings erfolglos.
Im Jahre 25 v.Chr. verlor die Stadt ihre Selbstständigkeit und wurde eingegliedert in die römische Provinz Galatien .
Seine größte Blütezeit erreichte Selge zur Zeit des römischen Kaiserreiches .Im Jahre 339 kommt es auch zu einer erfolglosen Belagerung durch die Goten . Sogar Bischofssitz war die Stadt :zu byzantinischer Zeit . Viel später zur Zeit der Herrschaft der Seldschuken gab man die Stadt allerdings auf.
Der Eingang zum Theater ist heutzutage recht mühseelig - man muss über viele Steine klettern, da ein Erdbeben im Jahre 1940 diesen Zugang mit herabfallenden Steinbrocken von der Mauer zerstörte.
Hat man das Klettern bewältigt, so sieht man einen recht gut erhaltenene Theater -Innenraum mit sehr steil nach oben gehenden Steinreihen .
Heute dient der Innenraum des Theater als Weide fürs Vieh- Konzerte finden hier keine statt.
Als Fahrtzeit bis hierher nach Selge sollte man ( ohne unterwegs zu stoppen ) pro Strecke ab Wegweiser von der Hauptstrasse 400 ca 1,5 -2 Std. einplanen - als Halbtagesausflug durchaus geeignet.
Schnell fahren kann man aufgrund der vielen Kurven sowieso nicht.
Wer Probleme mit den Kurven beim Fahren hat, sollte sich unbedingt Tabletten einstecken- die gesamte Strecke ist sehr kurvenreich und die Strasse führt bergauf und dann mal wieder bergab.
Ein lohnenswerter Ausflug allemal für Natur- und Kultur-Interessierte.
Kleiner Tipp :
Auf keinem Fall den Fotoapparat vergessen und vor allem den Ausflug bei schönem Wetter mit guter Sicht auf die umliegenden Berge machen.

Auf dem Rückweg kann man auch einen Stopp am Fluss einlegen ,dort etwas in einem der kleinen Restaurants essen und vor allem den Rafting -Mutigen zuschauen .
Und wer sich ganz viel zutraut , der kann natürlich solch eine waghalsige Flussfahrt flussabwärts durchaus im Boot machen ..... ich jedenfalls nicht , denn das ist mir persönlich doch "zu nass" ,wenn das Boot kippt.






Post von: Reisebüro Globus

Bildnachweis :Heidrun Jahn

Zum Vergrößern der Fotos einfach drauf klicken .

Tel.: 034 31 - 70 27 19
Fax: 034 31 - 70 27 19
Email:
info@globus-doebeln.de
Webseite [Nur bei uns]:www.onlineweg.de/globus-doebeln

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen