7.00 Uhr wecken, Frühstück , 08.30 Uhr Besichtigung der Geisterstadt Fengdu. Die eigentliche Stadt wurde mit dem Bau des Staudamms geflutet, aber die Tempelanlage ist gut erhalten. Teilweise wird restauriert. Beeindruckend ist die Darstellung der Hölle, schlimmer als die christliche Variante!
Vor dem Mittagessen gibt es an Bord einen Vortrag über den Jangtse. Das Mittagessen ist auch schmackhaft. Wir haben sehr nette und interessante Mitreisende aus Deutschland am Tisch.
Endlich etwas Erholung. Ich sitze an Deck, schreibe diesen Bericht und schaue mir die Landschaft an. Einige Chinesen schauen interessiert meiner Schreiberei zu.
Die Gäste des Schiffes sind über 50 % Chinesen. In den letzten 10 Jahren hat sich viel verändert, die Menschen sind teilweise wohlhabend geworden, zuvor waren 100 % Deutsche an Bord.
Am Nachmittag üben wir eine halbe Stunde Chinesisch. Die Aussprache ist wirklich schwierig – „Danke“ und „Zum Wohl“ klappen aber.
Nach dem Kapitänsempfang und dem Abendessen gibt es eine Show in der Kostüme aus verschiedenen Kaiserreichen und die Trachten einiger Minderheiten gezeigt erden. Die Präsentation wird von den Angestellten des Schiffes vorgeführt. Sie machen das wirklich gut.
17.09.11
Nach dem Frühstück gibt es einen Ausflug, an dem wir aber nicht teilnehmen. Etwas Erholung muss auch sein. Am Vormittag passieren wir die erste Schlucht.
Die Felsen rechts und links liegen im Nebel. Klare Sicht hat man nur nach einem Regen.
Mit einem kleinen Schiff fahren wir auf einem Nebenfluss in drei weitere Schluchten. Dann steigen wir nochmals in kleinere Boote um. In dieser Gegend lebt die Minderheit der Ba. Wir sehen auch ein paar Affen auf den Felsen. Es gibt Höhlengräber. Weit oben in den Felsen sieht man Holzsärge – so sind die Toten dem Himmel näher.
Der Fluss ist sehr verschmutzt. Es gab wohl ein Hochwasser, welches den Marktplatz eines Ortes überschwemmt hat, nun schwimmt der halbe Marktplatz hier herum.
Am Abend gibt es ein festliches Dinner. Es wird serviert. Es ist sehr laut und sobald das Essen vorbei ist, wird abgeräumt und für den nächsten Tag neu eingedeckt. Noch etwas gemütlich sitzen zu bleiben, ist in China nicht üblich. Dazu geht man in die Bar. Nach dem Abendessen gibt es noch mal eine hübsche bunte Show der Angestellten des Schiffes.
Wie schon gesagt, hat sich China seit meinem ersten Besuch 2003 enorm entwickelt. Besonders die Frauen sind chic angezogen und stöckeln auf extrem hohen Schuhen durch den Tag. Alle haben Handys, iPods und andere Geräte und sind damit auch ständig beschäftigt.
18.09.2011
In der Nacht sind wir durch die Schleusen gefahren. Nun besichtigen wir den größten Staudamm der Welt. Er produziert 3 % des Energiebedarfs Chinas. Im Bau befindet sich das größte Schiffshebewerk der Welt. Es ist wirklich gigantisch.
Wieder auf unserem Schiff fahren wir durch die 3. Schlucht nach dem Staudamm. Sie ist landschaftlich schöner, als die ersten beiden Schluchten, da der Fluss tiefer liegt.Koffer packen, ein letztes Mittagessen und Abschied nehmen von den mitreisenden Gästen unseres
Tisches.
Wir legen in Yichang an und bald kommt unser Reiseleiter mit Kofferträger. Dieser hat einen Bambusstock und zwei dicke Seile mit, daran bindet er unsere Koffer und trägt sie weg. Wir fahren 4 Stunden nach Wuhan. Unser Reiseleiter war vor 1989 mit einem chinesischen Ensemble in Dresden, Leipzig und Berlin und kennt sich da gut aus. Demnächst begleitet er wieder eine Gruppe in 2 Wochen durch 7 europäische Länder. Gegessen wird ausschließlich in Chinarestaurants.
Wir durchfahren ein sehr fruchtbares Gebiet. Es werden Mandarinen, Tee, Reis und Lotosblüten angebaut. Vom Lotos wird die Wurzel als Gemüse verwendet. Die Kerne des Fruchtstammes der Blüte für Gebäck und das Innere der Kerne als Tee. Außerdem sehen wir viele Fischteiche und ab und zu Erdölfördertürmchen.
Dann beginnt der Großraum Wuhan und wieder sieht man riesige Wohngebiete, viele sind noch im Bau. So viele Hochhäuser auf einmal haben wir noch nie gesehen. Parallel moderne Hochstraßen und überall schön angelegte Grünflächen.
Wir fahren mit dem Hochgeschwindigkeitszug von Wuhan nach Changsha. Der Bahnhof, von dem wir abfahren, wurde extra für diese Züge gebaut. Durchschnittlich 300 km/h. Vor 2 Monaten gab es einen Unfall, so darf statt 350 kmh nur noch 300 kmh gefahren werden.
Nach unserer Ankunft werden wir von der Kollegin meines Mannes abgeholt und ins Hotel der Universität gebracht.
19.09.2011
Das chinesische Frühstück Nudeln mit Gemüse, Eier, Dim Sum, Rührkuchen und grünem Tee halten wir nicht die ganze Woche durch.
Mein Mann hält an der Uni einen Vortrag und ich lese währenddessen. Das Wetter ist ungewöhnlich kühl und regnerisch.
Gemeinsames Mittagessen mit Kollegen. Manches sieht schon ungewöhnlich aus, aber das meiste schmeckt gut. Ich esse mit Stäbchen.
Am Nachmittag gehen wir in Begleitung von 2 Studenten in ein Kaufhaus, etwas gucken und dann für unser europäisches Frühstück einkaufen.
Obst gibt es in großer Auswahl, wir finden auch Weißbrot, Käse, Jogurt, Kaffee und Marmelade.
Nur Butter gibt es nicht. Aber wir sind zufrieden.
Der Supermarkt ist riesig. Für uns interessant viel eingelegtes Gemüse oder was auch immer in den Bottichen schwimmt. Enten- und Gänsefüsse getrocknet oder geräuchert. Manches riecht auch etwas streng.
Zum Abendessen gehen wir mit unseren Gastgebern in ein schönes Restaurant. Wieder gibt es unbekanntes Gemüse, Walnüsse scharf und säuerlich mariniert, Reiskuchen mit Ei, Garnelen und Rotwein. Der abschließende Cognac wurde von zu Hause mitgebracht. Das ist in China durchaus üblich.
20.09.11
Wir besuchen den Zoo um Pandas zu sehen. Eine großzügig angelegte gepflegte Anlage empfängt uns. Die Pandas sind auch im Freigelände und zeigen sich von allen Seiten. An den Verkaufsständen hängen Plastekugeln mit Wasser und bunten Steinen. Beim näheren Hinsehen entdecken wir lebende, kleine Babyschildkröten.
Mittagessen diesmal im Hotel. Dort essen z.B. Gäste und Lehrer sowie Angestellte der Uni. Ich esse Reis und Bohnen und irgendwelchen Kohl und probiere mal Tofu. Mein Mann isst gekochtes Blut – gewöhnungsbedürftig.
Wir haben immer eine Begleitung dabei, denn es ist nichts auf englisch ausgeschrieben. Wir könnten nur zu McDonalds, da erkennt man die Bilder.
Am Nachmittag fahren wir auf eine Insel in den Ju Zhon Park. Eine große Parkanlage mit einem riesigen Steinmonument: Mao als junger Mann. Auch hier fällt wieder auf, wie gepflegt alles ist. Überall Gärtner, die alles in Ordnung halten. Im Park wachsen viele Mandarinen- und Pomellobäume.
Nach unserer Besichtigung laufen wir in ein Stück, nehmen aber bald ein Taxi. Das ist preiswert, obwohl der Sprit ca. 1,00 EUR pro Liter kostet.
Ein weiterer Besichtigungspunkt ist die über 1000 Jahre alte Yuelu Academy. Mao hat hier einige Jahre die höhere Schule besucht.
Das heutige Abendessen findet in einem Chinesisch/Western Restaurant statt. Wir trinken eine Art Capuccino. Das Essen schmeckt ('Bratreis mit Ei und Gemüse und eine Variante mit Fleisch).
Danach bummeln wir noch mal allein durchs Kaufhaus und erwerben eine Flasche Wein als Geschenk für den nächsten Abend.
21.09.11
Heute fahren wir ca. 1 Stunde nach Shaoshan, dem Geburtsort Maos. Er stammt aus einer reichen Bauernfamilie. Neben den privaten Gebäuden der Familie gibt es noch zwei Museen mit Propaganda, wie man sie aus der SU kennt.
Mittag essen wir in einem Hotel, in dem auch Mao oft übernachtet hat. Seine Lieblingsspeise wird auch gereicht, eine Art fettiger Gulasch, sehr gut gewürzt. Dazu wieder verschiedenes Gemüse, Pilze und eine Art Eiermousse mit Sojasoße.
Vorher haben wir einen Fruchtstand der Lotosblüte gekauft. Darin sind grüne Früchte, sehen aus wie Oliven. Man schält sie und das Innere schmeckt wie grüne Nüsse. Im Innern ist noch etwas Faseriges, aus dem man Tee für gute Gesundheit und ewiges Leben herstellt (schmeckt sehr gewöhnungsbedürftig, hatte ich in Vietnam gekauft).
Dann schauen wir uns noch ein „bedeutendes“ Gebäude an , in dem Mao getagt hat. Die Landschaft drumherum ist sehr schön.
Nach der Rückkehr lasssen wir uns an einer Fußgängerzone absetzen. Die vielen jungen Leute gehen shoppen, telefonieren ständig und essen irgendwas wie Spieße oder eingelegten Tofu.Wir betrachten sie neugierig und sie uns.
Am Abend sind wir zum Essen zu Hause eingeladen. Die Wohnung ist sehr schön, 180 qm. Er kocht. Es schmeckt – scharfes Schweinefleisch, Pilze, Brokkoli, Fisch, Hühnersuppe mit Ei und ein besonderes teures Biohuhn. Allerdings hacken die Chinesen die Vögel in kleine Stücke mit allen Knochen und Sehnen. Vor mir liegt so ein gebratener Hühnerfuss in der Schüssel und winkt mir zu. Es gibt Reisschnaps, Bier, Weißwein, Tee und heißes Wasser. Nur an die chinesischen Tischgeräusche werden wir uns wohl nie gewöhnen.
Es ist wieder ein sehr herzliches Zusammensein. Nach dem Abendessen brechen wir sofort auf.
22.09.11
Vor meiner Abreise am Nachmittag besichtigen wir noch das sehr interessante Hunan Provincial Museum. Dort wurden beim Bau der Stadt besondere Gräber gefunden. Neben vielen Grabbeigaben die gut erhaltene Leiche einer 2100 Jahre alten Dame.
Noch mal ein feines Mittagessen – wieder gibt es neue Speisen, die wir noch nicht kennen.
Ich fliege über Guangzhou nach Hause. Mein Mann bleibt noch ein paar Tage in Changsha und fährt dann mit seiner Kollegin nach Guangzhou. Dort schwitzen sie noch 1 Woche bei einer Tagung.
Unsere von China-Tours gebuchte Reise wahr interessant und vielfältig. Es hat alles gut geklappt. Unser privater Teil zum Abschluss war auch sehr spannend und gezeichnet von vielen herzlichen Begegnungen mit den Menschen.
Post von: Reisebüro Simone Meiler - Dresden
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Bildnachweis: Simone Meiler




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