Mittwoch, 30. November 2011

Südchina 2011 Teil 1



Südchina 09.09. - 23.09. 2011

10.09.11

Ankunft nach 11 Stunden Flug in Guangzhou (Kanton). Der Flughafen ist groß und modern. Schnell ist auch das Gepäck da und die Einreisekontrolle verläuft ohne Probleme.
Eine junge Dame und Fahrer warten schon auf uns. Wir fahren zu unserem Hotel. Der Flughafen liegt ca. 1 Stunde Fahrzeit vom Stadtzentrum entfernt. In der Stadt (Großraum) leben 15 Millionen Menschen. In 2 Tagen findet das Mondfest statt und so sind viele Menschen unterwegs, um dieses Fest mit der Familie zu feiern.

Unser Hotel liegt direkt am Pearl-Fluss. Aus unserem Abendspaziergang wird erst mal nichts, da es wie aus Kannen gießt, dazu donnert und blitzt.
So laben wir uns im hoch gelegenen Hotelrestaurant am Büfett und haben einen tollen Blick auf die beleuchteten Brücken und Schiffe. Als der Regen nachlässt, spazieren wir durch die Stadt. Es gibt viele Geschäfte und Restaurants, die gut besucht sind. Die Stadt ist sehr modern und gepflegt. Überall viele Bäume und Blumen. Es wimmelt von gut angezogenen jungen Leuten, natürlich alle mit i-Phone am Ohr und die Damen das Gucci-Täschchen am Arm. Die Restaurants sind von den Familien gut besucht. Vielleicht liegt es auch am Mondfest.

In einem kleine Laden sehen wir braune, leichte Kugeln. Wir kaufen 3 und erfahren später den Namen Luo Han Guo. Man gießt die Schale mit heißem Wasser auf. Soll besonders bei Erkältungen helfen.

11.09.11

Nach dem Frühstück spazieren wir noch ums Hotel und entdecken einen kleinen Markt mit Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch. Das Geflügel wird für den Kunden frisch verarbeitet, d. h. ausgenommen, gerupft und gebrüht. Fische ausgenommen und geschuppt. Das ganze findet auf dem Boden statt, aber so was stört nur die „Langnasen“. 10.30 Uhr werden wir von einem jungen, gut deutsch sprechenden Mann abgeholt und zum Flughafen gebracht. Er erzählt uns viele interessante Dinge über Ausbildung, Hochzeit und Leben in China. Für die jungen Leute ist eine gute Ausbildung (Uniabschluss), das wichtigste, dann sollte eine gut bezahlter Job folgen. Die Männer müssen eine Wohnung kaufen, erst dann können sie heiraten. Wohnungen zu mieten ist in China nicht üblich.

Nach 1 Stunde Flug landen wir in Guilin (Stadt der Duftblüte).
Für die nächsten 3 Tage haben wir eine junge Dame als Reiseleiterin.
Die Stadt ist umgeben von Karsthügeln, die sich bis ins Stadtzentrum ziehen. Der Li-Fluss und weitere Nebenarme und viele Seen prägen das Landschaftsbild. Ansonsten ist die Stadt auch sehr modern. Wir fahren kurz in eine Perlenzuchtfabrik. Unser Fahrer bekommt dafür einen kleinen Schein und wir erfreuen uns an dem schönen Schmuck, werden aber nicht zum Kauf genötigt. Wie angenehm. Unser erster Besichtigungspunkt ist der Fubo-Berg. Erstmal regnet es wieder sehr stark, aber nach 15 Minuten können wir die Buddhas in der Höhle besichtigen und den Berg besteigen. Es ist zwar dunstig, aber trotzdem hat man eine schöne Aussicht auf Fluss und Stadt.
Unser Hotel macht einen guten Eindruck und liegt am Wasser. Wir spazieren in die Stadt. Wieder überall viele Menschen, schick angezogen, die shoppen oder essen gehen.
An einem besonderen Stand wird Mondkuchen verkauft.

12.09.11
Nach dem Frühstück fahren wir zur Anlegestelle des Li-Flusses. Vorher schenkt uns unsere Reiseleiterin Mondkuchen. Er schmeckt süß, ist klebrig und ist mit Nüssen oder Obst, aber manchmal auch mit Fleisch gefüllt.

Wir sind die Ersten am Schiff und können uns einen schönen Platz aussuchen.
Uns gegenüber sitzt ein Paar aus Tunesien. Er ist Textilhändler und erzählt uns: die Tunesier nähen für Europa, aber die Chinesen für Tunesier, so billig können es nur die Chinesen.
Unsere Reiseleiterin erklärt uns an Hand eines Planes die verschiedenen Sehenswürdigkeiten, die wir sehen werden. Man muss aber viel Phantasie haben, um die verschiedenen Geschöpfe im Fels zu erkennen.

Wir unterhalten uns auch über die verschiedenen Aussprachen und Bedeutungen des Wortes Ma, welches z. B. je nach Betonung Mutter oder Pferd heißen kann. Außerdem erklärt Lena uns, dass das Schriftzeichen für Mädchen/Junge = gut bedeutet.

Wir fahren 4 Stunden durch die grünen Karstberge, die sich auf beiden Seiten erheben. Alles liegt etwas im Nebel. Ab und zu sehen wir kleine Dörfer, Bauern und Wasserbüffel oder Kormorane.
Mittags wird ein schmackhaftes Büfett aufgebaut. Unsere Reiseleiterin umsorgt uns rührend.

Ankunft in Yangshuo. Es ist sehr heiß. Wir laufen durch die „Langnasenstrasse“ zu unserem Hotel und sollen natürlich kaufen Tücher, Schals, Mützen Taschen, Schuhe uvm. Wir probieren eine frische Maracuja. Unser Gepäck ist schon im Hotel. Für eine Fahrradtour ist es zu heiß, wäre aber möglich. Wir schlendern nochmals durch die verschiedenen Gassen und den Stadtpark. Dort trifft sich Alt und Jung,viele spielen Karten u. ä.

Wir setzen uns eine halbe Stunde ans Flussufer und schauen dem Treiben zu, werden aber zunehmend von einer hartnäckigen Bootstourenverkäuferin genervt.
Wir laufen zurück und gönnen uns eine Fußreflexmasssage. Als Abendessen gibt es Gemüse mit Reis und Ente mit Gemüse und Reis, dazu Tsin Tao Bier für komplett 10,00 EUR.

Nun erleben wir noch eine besondere Show „Impressionen“, eine Licht- und Wassershow auf einem See eingerahmt von den Karstbergen. Es wirken ca. 600 Mitglieder der Minderheiten mit. Erzählt wird ihre Geschichte. Schöne Gesänge und Tänze, tolle Kostüme und originelle Inszenierungen beeindrucken uns. Der Regisseur hat auch die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2008 gestaltet. Es lohnt sich wirklich, diese Aufführung anzusehen.

13.09.11

Nach einer etwas warmen Nacht (Klimaanlage funktionierte nicht richtig) fahren wir nach Longsheng zu den Reisterrassen.
Die Fahrt dauert 4 Stunden. Unterwegs essen wir in einem „Restaurant“, dass mehr wie ein privates Wohnhaus mit Räumen für Gäste wirkt. Unsere Lena hat vorher bestellt und es gibt Schwein mit Gemüse, Bohnen (frisch geerntet), Hühnchen und Reis. Dazu das chinesische Bier, welches so lieblich ist, dass es sogar mir schmeckt. Das Essen ist vorzüglich und mir gelingt die Verwendung der Essstäbchen ganz gut. Unsere Rollkoffer deponieren wir auch gleich bei unseren Gastgebern, denn bald geht es bergauf.
„Unsere“ Reisterrasse ist etwas kleiner und noch nicht so touristisch bevölkert wie eine andere größere. Leider wird sich das auch bald ändern, denn eine Straße ist bereits im Bau und weitere Gasthäuser sind geplant.

Am Eingang des Gebietes warten schon Frauen der dort lebenden Minderheit. Diese Frauen lassen ihre Haare ab der Hochzeit nicht mehr abschneiden und haben sie wie einen Turban um den Kopf gelegt. Will man das offene Haar fotografieren, kostet es 20 Yuan.
Sie tragen auch eine hübsche, farbenfrohe Tracht. In erster Linie arbeiten diese Frauen als Träger für das Gepäck der Touristen. Bei unserem Aufstieg überwinden wir ca. 1000 Höhenmeter. Es ist sehr heiß und nach kurzer Zeit bin ich froh, meinen Rucksack abgeben zu können.
Am Anfang des Weges laufen wir durch ein typisches Dorf. Die Häuser sind komplett aus Holz gebaut und haben 3 Etagen. Es wurde keine Latte genagelt, sondern alles verzapft. Neben dem Reis bauen die Leute auch Süßkartoffeln und Takko (auch eine Kartoffelart, die Blätter sehen aus wie eine Monstera) an. In der Ebene sehen wir auch viele Plantagen mit Passionsfrüchten. Herrlich ringsherum die Reisterrassen. Der Staat zahlt den Bauern Geld, damit sie diese Terrassen bewirtschaften und diese somit für den Tourismus erhalten bleiben.
Nach 1,5 Stunden sind wir an unserem Gasthaus. Die Luft ist klar und kühler. Bei grünem Tee und Kaffee genießen wir die Aussicht. Später laufen wir auch einen schmalen Weg einer Reisterrasse.
Natürlich lande ich mit beiden Füssen im Schlamm.

In unserem Zimmer gibt es sogar eine Dusche und Toilette. Zum Abendessen probiere ich Bambusreis. Der Reis wird mit Pilzen und getrocknetem Schweinefleisch im Bambusrohr im Ofen gegart. Wunderbar!
Mein Mann isst Bratreis mit Eiern und Pancakes.
Danach spielen wir mit Lena und einem Paar aus Singapore Mah Jong. Ähnlich wie Rommee, aber mit Spielsteinen. Es macht Spaß, nur haben wir Mühe die chinesischen Zahlen auf den Spielsteinen zu lesen. Aber uns wird geholfen.

14.09.11

Zum Frühstück gibt es Reissuppe, Pancake mit Ei und Nudelsuppe mit eingelegtem sauren Gemüse.
Ich probiere beides – sehr schmackhaft. Unsere Lena verschläft das Frühstück, aber ein Schweizer, der mit chinesischer Frau und Eltern/Schwiegereltern auch zu Gast ist, hilft uns bei der Bestellung.

Gestärkt steigen wir wieder ab. Auf einem anderen Weg als beim Aufstieg genießen wir noch einmal das herrliche Grün-Gelb der Reisterrassen. Natürlich kaufen wir noch ein Andenken bei den Frauen der Region.

Schon geht es wieder Richtung Flughafen. Wir unterbrechen unsere Fahrt nochmal im Restaurant, holen unsere Koffer und essen wieder sehr schmackhaft zu Mittag.

Unsere Reiseleiterin hat uns viel über ihr Leben und das der Chinesen erzählt. Auch hier steht die gute Ausbildung im Vordergrund. Zur Hochzeit wird immer Geld geschenkt. Das Hochzeitsbankett muss dann auch beeindruckend sein. Es muss nicht schmecken, aber der Schnaps muss teuer sein!
Beim Kauf der Wohnung für die junge Familie werden sie von Eltern und Verwandten unterstützt, die Ihnen Geld borgen oder auch schenken.

Wieder mal ein Abschied. Lena war ganz reizend und der Fahrer hat uns souverän an unsere Ziele gebracht.
Flug nach Chongqing.

Der Reiseleiter, der uns abholt, spricht nur englisch. Er überzeugt uns noch einen Park zu besichtigen, den angeblich sonst keine Touristen sehen. Im Park gibt es ein kleines Museum in dem einige schöne Betten und Möbel von wohlhabenden Herren und ihren Konkubinen ausgestellt sind.
Angeblich gibt es nur in Chongqing den Bayan-Baum. Dessen Blätter werden getrocknet, geschält und der Mittelteil des Blattes kunstvoll bemalt. Unsere reizende Museumsführerin überzeugt uns, eins zu kaufen.

Abendbrot ist diesmal der für diese Stadt typische Feuertopf. In einer Fleischbrühe gart man Fisch, Fleisch, Wurst und Gemüse und fischt es dann mit einer Kelle wieder heraus.
Die Einheimischen essen das Gericht viel schärfer und oftmals Eingeweide (z. B. Entendarm).

Das Hotel ist sehr komfortabel. Die Matratzen wie immer auf dieser Reise ziemlich hart.

15.09.11

Unser heutiger Reiseleiter spricht sehr gut deutsch und kennt sich auch gut in Geschichte aus.
Wir haben interessante Gespräche, auch über Politik und Korruption in seinem Land.

Wir fahren nach Dazu. Dort besichtigen wir die Buddha-Grotten „Baoding Shan“ (Weltkulturerbe)!
Vorher essen wir in einer einheimischen Garküche scharfe Nudelsuppe nur mit Stäbchen.

Wir fahren wieder zurück nach Chongqing und spazieren durch die noch erhaltene Altstadt. Die Holzhäuser schmiegen sich an den Berg. Hier wohnen alte Leute, Wanderarbeiter und Arbeitslose. Oft sehen wir die Leute Mah Jong spielen, natürlich um Geld und mit voller Leidenschaft.
Der zweite Teil der Altstadt ist sehr touristisch vermarktet. Unser Reiseleiter zeigt uns den echten Mondkuchen. Er wird aus gestampften Reis hergestellt. Ähnlich wie unsere Kräppelchen mit Zucker und Zimt nur etwas klebriger.

Auf dem Rückweg besichtigen wir den in einem Park liegenden Sommerpalast von Chan Kai Chek.
Dort hat er 1945 mit Mao über die Teilung des Landes verhandelt.
Aufstieg auf einen Aussichtsturm – Blick über die verhangene Riesenstadt (hier leben 15Mio Menschen, fast nur Hochhäuser).

Wir erleben eine Teezeremonie. Der Tee ist gut und wir nehmen auch noch etwas für zu Hause mit.
Eine Spezialität zum Tee sind in Honig eingelegt Oliven.

Der Abschluss des Tages ist ein Abendessen in einem schicken Hotel in einem eigenen Separee. Dann geht’s auf Schiff „Victoria Katharina“. Wir hören uns noch die allgemeinen Hinweise an, duschen endlich und schlafen (Matratzen wieder hart).

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Post von: Reisebüro Simone Meiler - Dresden



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Bildnachweis: Simone Meiler






















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