Dienstag, 3. Mai 2011

Ausflüge in Mittelsachsen : Burg K r i e b s t e i n


Unweit der Städte Döbeln / Waldheim direkt an den Ufern der Zschopau gelegen , erhebt sich majestätisch wohl einer der "schönsten Ritterburgen Sachsens", wenn nicht sogar die schönste Burg überhaupt   - die Burg Kriebstein.
Gebaut wurde sie im 14. Jahrhundert  auf einem hoch vom Fluss aufragenden Felsen , der von 3 Seiten mit dem Wasser der Zschopau umgeben ist.
 Den besten Blick hat man auf die Burg von der Hauptstrasse aus Waldheim kommend Richtung Ehrenberg aus - ein kleiner Parkplatz ist dort.
Die Bauherren waren damals vor dem Jahre 1400 die Familie des Ritters  von Beerwalde - dieser Familie  gehörten bereits vor  dem Jahre 1400 die Städte Waldheim und Hartha und eben auch diese wunderschöne  Burg an der Zschopau.

Im Inneren der Burg sieht man die einzelnen Wappen der jeweiligen Besitzer- Familien - die letzte Besitzerfamilie waren die von Arnims. Die Familie  wurden allerdings 1945 nach Beendigung des Krieges enteignet und sie verließen das Gebiet, welches ja jetzt "in der Ostzone " war. Die Burg wurde 1945 volkseigen und diente ab jetzt zu Wohnzwecken und auch Teile der Forstwirtschaft hatten ihren Sitz hier.
Das Museum  zur Geschichte der Burg wurde dann 1949 eröffnet.
Man kann durch die einzelnen Räume wandeln  und viel Interessantes zur Geschichte der Burg erfahren - die einzelnen Räume sind auch noch ausgestattet mit den Möbeln der letzten Besitzer-Familie.
Seit dem 1. Januar 1993 ist die Burg Eigentum des Freistaates Sachsen.
Mit festen , riesigen Mauern umgeben , so kommt man über eine Brücke in der Burghof.
 Hier finden heutzutage auch an festen Terminen auch Ritterspiele statt.
Hier ein Tipp :
am 14.5.2011 - das mittelalterliche Burgfest
am 16.7.2011 - die Burg der Märchen

Und hier etwas Amüsantes aus der Burggeschichte zum Schmunzeln :

Immer mal wieder wurde die Burg auch belagert - die amüsanteste Belagerung fand im Jahre 1415 statt durch den raubeinigen Ritter zu Staupitz aus Döbeln anrückend. Dieser überwältigte die Wachmannschaft schnell ( eigentllich galt die Burg als uneinnehmbar); jetzt klappte es aber doch . Der Ritter von Beerwalde musste also seinen wunderschünen Besitz verlassen, erbittert schwur er dem Ritter Staupitz eigentlich Rache und wandte sich an den Markgrafen in Meissen; Friedrich den Streitbaren.
Im berühmten Fürstenzug aus Meissner Kacheln in Dresden kann man diesen Friedrich den Streitbaren hoch zu Ross reitend sehen.
Der Ritter von Beerwalde ( der eigtliche Besitzer) ritt also zum Markgrafen in Meißen und bat diesen um Unterstützung....es kam ein Bote auf die Burg mit der Bitte um Abzug der Gefolgschaft des Ritters von Staupitz. Immerhin war die Belagerung der Burg durch das Herr von Friedrich dem Streitbaren aus Meißen auf Monate schon erfolgt...noch immer wehte aber das Banner des Ritters von Staupitz aus Döbeln auf den Burgzinnen. Er wollte einfach nicht abziehen .
Ritter Staupitz selbst war inzwischen sehr krank ; alle Vorräte an Lebensmittel waren alle; der Hungertod  für die restliche Burgbevölkerung nahte.
Bald war es dann so weit und man bot dem vor der Burg lagernden Tross  vom Markgrafen  aus Meißen die Übergabe der Burg an . Dies äußerte die als Bote verkleidete Ehefrau des Ritters von Staupitz und bat ebenfalls darum , ihr Freiheit und Leben zu schenken und sie bat auch darum, mit dem liebsten Gut , was sie selbst auf dem Rücken tragen konnte, abziehen zu dürfen.
Der Markgraf aus Meißen gestattete dies und bereits am nächsten Morgen kam die Burgfrau mit einem riesigen Tragkorb schwer schleppend den steilen Burgberg hinunter. Man lies sie vorbeiziehen und erst dann merkte der Markgraf später , dass er "ausgetrickst " worden war - im Korb befand sich nämlich der Ritter von Staupitz ,der eigentlich dem Tode nicht entgehen sollte. Seine Ehefrau durfte ja das Liebste, was sie besitzt mitnehmen ...und das tat sie - Ihren Ritter.
Der Markgraf hielt sein Wort, lies alle ziehen, statt sie zum Tode fuer die Belagerung zu verurteilen und schenkte sogar der Burgbesatzumg die Freiheit.


Die ausführliche Geschichte ist nachzulesen im Chemnitzer Sagenbuch.




Und wußten Sie das auch ?
Die Burg war schon mehrmals Kulisse und Film-Drehort - so z.B. bei den Filmen :
Die Gräfin  
Kunz von Kaufungen - Prinzenraub von Altenburg
Lasko - die Faust Gottes
Schneewittchen

Und : ein "Schatz "wurde auf der Burg auch gefunden !

Im Jahre 1986 wurden bei Renovierungsarbeiten im Wohnturm Gegenstände ( Silber, Gobelins, wertvolles Geschirr usw.) , welche während des 2.Weltkrieges  von den Nazis in Ostpreußen in der Region um Königsberg  gestohlen und dann hier eingelagert wurde, gefunden.
Dieser "Schatz "wird jetzt im Jahre 2011 an die Museen  in der Region Kaliningrad zurückgegeben.


Ein Besuch der Burg lohnt immer, zumal man anschliessend gleich noch die in der Nähe liegende Talsperre Kriebstein besuchen kann : dort kann man Boote mieten, baden, kleine Rundfahrten von Kriebstein bis nach Lauenhain machen oder einfach nur die Natur rundherum genießen.
Ein Ausflug nach Döbeln um den Riesenstiefel zu besichtigen oder mit der Pferdebahn zu fahren, all das ist auch machbar.
Auch die Burg Leisnig  und das Kloster Buch  in unmittelbarer Nähe sind einen Besuch wert.
Hierzu gibt es bereits hier im Blog Artikel dazu (Ausflüge in Mittelsachsen ) ...einfach mal klicken und lesen !

Post von: Reisebüro Globus

Bildnachweis :Heidrun Jahn

Zum Vergößern der Bilder einfach draufklicken.
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